… über deine Züge!
Dieser Eintrag behandelt mehr das Reisen an sich, als das Reiseziel und ist voller Ironie, Selbsthass und Verzweiflung. Wer mag kann gerne weiter unten weiterlesen 😀
Kennt Ihr das Gefühl, wenn man nach einem langen Urlaub froh ist wieder zu Hause zu sein? Sicher. Dieses Gefühl endet bei uns meist nach verlassen des Flughafens. Und Schuld ist die Deutsche Bahn…
Doch beginnen wir am Anfang. 06:30 Uhr, der Wecker klingelt. Das bedeutet Aufstehen, die letzten Klamotten in den Koffer schmeissen und eventuelle Nervosität der anstehenden Reise mit Kaffee wegspülen.
Routiniert steuern wir die „auf Nummer Sicher gehen und eine Bahn früher, wer weiß ob die andere kommt“ Straßen-Bahn an. Den Fahrschein wollte ich in derselbigen lösen. Dies stellte uns vor das erste Problem..
Kennen Sie diesen goldenen Chip auf Ihrer EC-karte? Sie wissen schon, den es damals auf den Telefonkarten gab? Egal. Eine fantastische Sache die sich niemals durchgesetzt hat ist, das man sich am Bankautomaten Geld auf diesen Chip laden kann um damit ausgewählte Parkuhren oder eben Fahrscheinaotomaten zu bezahlen. Sie nutzen dieses feature nicht? Gut, wir auch nicht.
Leider war dies das einzige Zahlungsmittel welches der Automat akzeptieren wollte um für die Fahrt zu löhnen. So verbrachten wir die folgenden fünf Minuten vergnügt damit, zu versuchen ein zwei Euro Stück in den verriegelten Münzschlitz zu pressen und gaben in Siegburg schließlich auf.
Dort angekommen erwartete uns ein Bild der Trauer. Müll, verdächtig naße Fliesen und ein dezenter Hinweis unsere viel zu vollen Überseekoffer doch bitte die Treppen hoch und runter zu tragen in Form einer Weiß-Roten Barke.

Leider öffnen die Bäcker hier leider erst nach Acht und wenn Ich ehrlich bin, kann ich es keinem Menschen verdenken ausschlafen zu wollen, wenn man schon am Sonntag zu diensten sein muss. So machten wir uns auf zu unserem Bahnsteig.
Dieser hielt alle Versprechen welche die Bahnhofshalle gegeben hatte. Voll, verunreinigt und im desolaten Zustand.

Offenbar kannte die Bahn meinen Plan die Reisezeit dazu zu nutzen, meinen Roman fortzusetzen und so schenkte Sie mir zwei zusätzliche Kapitel in Form einer Verspätungsmeldung.

Diese Zusätzliche Freizeit gab uns Gelegenheit zu diskutieren ob diese „Technische Störung“ wohl ein Grund wäre sich zu Sorgen, würde der Zug Richtung Frankfurt auf bis zu 300 km/h beschleunigen. Als er schließlich hielt wussten wir, nein.
Vom Zug kamen nur die Hälfte der versprochenen Wagen. Dies resultierte in einer gewissen Enge der zweifelslos vollständig angetretenen Passagiere. Wir hatten Glück und gewannen aufgrund der Erfahrung der besten Pendlerin von allen, die Schlacht an der Tür und quetschten uns ins Bordbistro. Das heißt, bis hinter die Eingangstüre zum Bistro, weiter kamen wir nicht. Da wir nicht ganz eine Stunde davor vor den geschlossenen Türen der Bäcker gestanden hatten, eine erfreuliche, wenn auch unbequeme Entwicklung.
Viel unglücklicher als wir, schien der Zugchef zu sein. Dieser machte uns mit wachsender Sorge alle paar Minuten darauf Aufmerksam, dass der Zug heillos überladen sei und so nicht weiterfahren dürfte und bat darum freiwillig auszusteigen, da sicher niemand wolle, dass der Zug geräumt würde. Als Dank könne man sich, im Service Point einen 30€ Kulanz Gutschein abholen und den ICE um 09:09 Uhr nehmen. Die Zeit bis zum Abflug kalkulierend dachte Ich darüber nach das Angebot anzunehmen, als sich ein Mann lachen in den Zug drängte. „Der Service Point ist geschlossen und macht erst ab 10 auf“ Wenn die Züge auch im Eimer sind, Humor haben Sie.

