Shoppen und Lichterglanz in Tokyo

Pünktlich zum Wetterwechsel verabschieden wir uns von Tottori und nehmen ein Taxi zum Flughafen. Der Mini-Flughafen ist auch komplett im Detektiv Conan Design gehalten und wir nehmen uns etwas Zeit um noch schnell alles anzuschauen. Viel Zeit für anderes bleibt nicht, denn die wenigen anderen Läden öffnen erst mittags, nachdem wir schon weg sind. Die Proben im Omiyage-Laden müssen also als Frühstück reichen. Und das, obwohl der Flughafen scheinbar besonders ausgelastet ist. Vermutlich wegen dem prognostizierten Unwetter wird unser Flieger komplett voll und es gibt sogar Durchsagen, dass es zu Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle kommt. Vor uns waren auch 5 Leute in der Schlange!! Wir starten leicht verspätet aber rechtzeitig vor dem Umwetter Richtung Tokyo.

Nach der Landung in Haneda fahren wir routiniert wie die Einheimischen in die Innenstadt zu unserem Stammhotel mit Tokyo-Tower-Aussicht. Die Aussicht ist fantastisch, besonders im Dunklen, wenn der Tokyo Tower zu jeder vollen Stunde kurz funkelt. Doch die Aussicht und bekannte Gegend bedeutet auch dass sich die Heimreise langsam ankündigt. Nach dem Check-in wird erstmal brav die Aussicht bewundert, denn wir müssen noch strategisch Zeit totschlagen. Denn die berühmtberüchtigte Hauptpendlerzeit kennen wir schon und warten sie lieber im Hotel ab. Zum Glück kann man inzwischen auf G*maps genau sehen, wie voll bzw. überfüllt die Bahn gerade ist.

Als sich das erste brauchbare Zeitfenster zeigt machen wir uns wieder auf den Weg nach Shinjuku. Direkt zum Bahnhof Shinjuku, dem Bahnhofsendgegner, der gefühlt ständig zwischen Baustellen, Sackgassen und sonstigen Labyrintharten wechselt. Wer hier auf Anhieb den richtigen Weg und Ausgang findet hat es geschafft! Wir haben uns natürlich ohne Umwege durchgeschlagen und sofort den richtigen Weg zum Tokyo Metropolitan Building gefunden. Die erste Station unserer Illumination Tour. Die Fassade der Hochhaustürme wird besonders beleuchtet und es gibt ein Projection-Event der Stadt Tokyo. Das kostenlose Event ist kürzer als erwartet, aber immerhin. Dabei sein ist alles! Wir überlegen noch kurz auf die Aussichtsplattform hoch zu fahren, doch das machen schon alle anderen Touristen, also gehen wir halt zur Katze von Shinjuku auf der anderen Seite des Bahnhofs.

Aber Moment, hatten wir schon erwähnt das der Bahnhof ein ganz besonderes Labyrinth ist? Naja, wir müssen ja nur einmal quer durch von West nach Ost. Kinderspiel. Natürlich hat uns der Bahnhof ausgelacht und uns eine gefühlte Ewigkeit über viele unterirdische Treppen in alle Richtungen (damit auch ganz sicher der beste Orientierungssinn versagt), durch eine Omiyage-Etage eines Kaufhauses, zweimal in eine Sackgasse und dann ohne alternative Optionen zum einem (von mehreren) Südausgang geschickt. Irritiert und angelockt von der frischen Luft sind wir dann raus und den Umweg komplett außen rum gelaufen bis wir die Katze maunzen gehört haben.

Nachdem wir ganz sicher auch wirklich alle (!) Videosequenzen der Katze gesehn haben gehen wir in ein nahegelegenes Restaurant. Heute gibt es Sukiyaki: ein Eintopfgericht, bei dem hauchdünn geschnittenes Fleisch und Gemüse gemeinsam am Tisch in einem großen Topf gekocht und mit Dipsauce gegessen werden. Ein bisschen wie Fondue an Silvester bei uns. Wir holen uns das „Premium All-you-can-eat inkl. Wagyu-Rind in 90 Minuten Paket“. Die Bedienung versorgt uns mit Rind- und Schweinefleisch nach Wahl und wir holen uns Gemüse, Tofu und Saucen am Buffet dazu. Der Topf kommt mit klassischer Sukiyaki-Brühe (mit Sojasauce, Mirin und Sake), die wir mit reichlich Pilzen, Zwiebeln und Lauch verfeinern, bevor wir Gemüse und Fleisch zum garen platzieren. Zum dippen der gekochten Köstlichkeiten gibt es Sesamsauce, Sojasauce mit verschiedenen Toppings wie z.B. Frühlingszwiebeln und rohes Ei. Als Sättigungsbeilage gibt es bei Bedarf auch noch Reis und Udon-Nudeln. Itadakimasu!

Der Rückweg zur U-Bahn – außerhalb des Bahnhofs – wird auch länger als geplant und wir werden auch erstmal unterirdisch kreuz und quer umher geschickt und kommen eine Station weiter als geplant zum Bahnsteig. Hä? Egal, hauptsache endlich da und ab ins Hotel!


Am letzten Tag hilft nur eins: Zeit die Koffer zu füllen! Dafür fahren wir mit der U-Bahn Richtung Shibuya und gehen fast schon nostalgisch an Hachiko und der berühmtesten Kreuzung der Welt vorbei. Wir schlendern durch einige Läden und liebäugeln mal wieder mit der Idee, einen zusätzlichen Koffer für unsere Einkäufe zu holen. Nur muss den ja jemand bis nach Deutschland schleppen – also vielleicht nächstes Mal (Dejavu 😂). Die Reizüberflutung an besonders belebten Orten und Läden ist nicht ohne und wir beschließen, uns eine Pause in einem Café zu gönnen, bevor wir zum Großeinkauf beim Mega Donki (DIE ultimative Reizüberflutung) gehen. Und obwohl es dank Café-Kultur jede Menge davon gibt und es mittags unter der Woche ist findet sich gar nicht so leicht ein freier Platz. Nach mehreren Versuchen landen wir bei Denny’s, einem Diner/Familienrestaurant.

Danach geht’s los auf in den Donki-Kampf: Auf 7 Etagen gibt fast alles was man sich vorstellen kann. Diese Filiale hat auch Lebensmittel und ist immer (24/7) geöffnet. Der ganze Laden ist vollgestopft bis unter die Decke, es ist immer voll und alles ist knallbunt und laut. Dazu kommt selbstverständlich Audio-Dauerbeschallung mit dem Marken-Song sowie hin und wieder kleine Werbedisplays auf Augenhöhe. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es einem zu viel wird und man wieder raus muss. Und zwar unabhängig davon ob man alles hat. Diesmal haben wir vier Etagen geschafft! Wenn man zur Rolltreppe findet und die gebackenen Süßkartoffeln aus der Warmhalte-Vitrine riecht, ist das Ende, äh, die Kasse im Erdgeschoss nah.

Mit Einkäufen bewaffnet machen wir uns schnell auf den Rückweg ins Hotel, damit wir rechtzeitig vor der Rushhour zurück sind. Nachdem sich die Rushhour etwas beruhigt hat geht es weiter zum (Haupt-)Bahnhof Tokyo. Die unterirdische Anime-Einkaufsmeile Character-Street und das Abendessen wartet!

Nach dem Abendessen gehen wir auf den großen Bahnhofsvorplatz, genießen kurz die Aussicht (die haben das Licht ausgemacht, lol) bis wir den Lichtern zur Marunouchi Illumination folgen. Eine lange Allee mit schöner warmweißer Beleuchtung an den Bäumen und ein paar Getränkeständen dazwischen. Ein schöner Spaziergang! Am Ende kommt man zum nächsten Bahnhof oder um die Ecke zur bunten Weihnachtsbeleuchtung von Hibiya.

Nach dem schönen nächtlichen Spaziergang müssen endgültig die Koffer für die Heimreise gepackt werden. Wie immer überlegen wir, wie sich die Abreise hinauszögern lässt, doch der Gedanke an ausruhen Zuhause im eigenen Bett hält uns doch wieder von drastischen Entscheidungen ab. Außerdem ist nach Japan ja automatisch wieder vor Japan und die fünfte Reise will geplant werden 😉