Kamakura

Der Morgen empfing uns so sonnig, als hätte es den gestrigen Tag nicht gegeben. Ausgeruht und motiviert starteten wir Richtung Bahnhof, nicht ohne uns unterwegs bei unserer neuen Stamm-Bäckerei zu stärken.

Mit dem Zug ging es von Sakuragicho über Yokohama nach Kita-Kamakura.

Kamakura ist ein niedliches Städtchen voller Tempel und Schreine, in dem man den Eindruck gewinnen möchte, zu sehen wie traditionelle Japanische Architektur aussah.

Unsere Schritte lenkten uns in Richtung Natur, zum Daibutsu-Wanderweg. An diesem sollten sich viele Schreine und Sehenswürdigkeiten befinden.

Der Weg beginnt sehr idyllisch und wunderschön, wird jedoch schnell fordernd. Mehr als einmal stellten wir fest, dass wir uns etliche Höhenmeter erarbeitet hatten, nur um diese kurz darauf genau so steil wieder abzusteigen. Ordentliches Schuhwerk ist Pflicht! Die meiste Zeit bilden hier natürliche Gegebenheiten den Weg und Stufen.

Wir hielten an einem Schrein auf dem Weg, an dem es eine kleine Besonderheit zu bestaunen gab. Ein großer Stein, an den man alle seine Sorgen und Nöte in Form kleiner Keramik-Teller zerstören konnte.

Von weltlicher Last und ein paar Hundert Yen befreit setzten wir unsere Wanderung fort 😸

Der Weg wurde schmaler und steiler. Unterwegs trafen wir viele Wanderer, Einheimische als auch Touristen. Gerade erstere freuten sich sehr, wenn man Sie im Vorbeigehen mit einem freundlichen „Konnichi-wa“ grüßte.

Im Genjiyama-Park gab es Gelegenheit für eine kurze Pause und um die Frühlingsblumen zu bestaunen.

In der Mitte des Parks geht es nochmal steil bergab zu einer Höhle. Dies ist der Eingang zum Zeniarai-Benten-Schrein, in dessen heiliger Quelle Geld gewaschen wird. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nach der rituellen Reinigung im Eingangsbereich bekommt man für 100¥ sein Geldwäsche-Set: eine Mini-Kerze, Räucherstäbchen und ein geflochtenes Holzkörbchen.

Geldvermehrungs-Starter-Kit

Nach entzünden der Kerze wird diese auf eine Halterung gesteckt und dient zum anzünden der Räucherstäbchen.

Diese werden in einen mit Sand gefüllten großen Eisentopf gesteckt und man wedelt sich den Rauch zu um seine inneren Heilkräfte zu aktivieren. Im Anschluss geht man in die nächste Höhle zur Quelle und wäscht sein Geld im Körbchen. Das im Schrein gewaschene Geld soll sich vervielfachen.

Versuchen kostet nichts oder?

Im Inneren des Schreins gibt es natürlich auch die Möglichkeit zu der lokalen Gottheit, in diesem Fall der buddhistischen Schlangengöttin Benten, zu beten.

Nach dem Schreinbesuch machen wir uns wieder auf den steilen Weg hinauf zum Wanderweg. Für etwa eine Stunde geht es weiter hoch und runter über den Berg mit teils toller Aussicht auf die Stadt und das Meer.

Zwischendurch gab es immer mal wieder kleine Bambuswälder zu bestaunen.

Schließlich erreichen wir wieder die Zivilisation. Eigentlich schade..

Je näher wir dem Kotokuin-Tempel kommen, desto größer wird leider auch die Touristendichte. Im Tempel befindet sich schließlich eine der größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Im Zentrum des Tempels ist eine 11,4m hohe, sitzende bronze Buddha-Statur, die schon über 700 Jahre alt ist. Der Daibutsu ist die zweitgrößte Buddha-Statur in Japan und stand einst in einer riesigen Tempelhalle, die leider nicht mehr erhalten ist. Trotz des Massentourismus ein sehr beeindruckender Anblick.