Wer den Blog schon zu unserer letzten Japanreise im April 2013 verfolgt hat, wird sich vielleicht noch erinnern, dass unser zweiter Ausflugstag in Kyoto im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist. Umso mehr freuten wir uns nach der Ankunft in Osaka auf schönes Wetter und planten Kyoto als erstes ein.
Wir erreichen Kyoto am späten Vormittag bei strahlendem Sonnenschein und nach einem kurzen Spaziergang kommen wir am ersten Punkt der Tagesordnung an: Das Schloss Nijo. Einst Sitz des Tokugawa Shogun und ehemalige kaiserliche Villa.
Seit 2011 wird das Schloss komplett restauriert und das Hauptgebäude, der Ninomaru-goten-Palast, wurde Anfang des Jahres fertig gestellt und geöffnet.
Zunächst laufen wir um die äußere Mauer herum zum Eingang und bekommen schon einen Eindruck über die weitläufige Anlage.

Wir betreten das Schlossgelände durch das eher schlichte Osttor (Higashi-Ote-mon)

Und stehen kurze Zeit später vor dem bombastischen Kara-mon-Tor, dem Eingangtor zum Palast Ninomaru-goten.




Im Inneren des Palastes sind leider keine Fotos erlaubt. Wer Details sehen nächste, dem sei hier die Schloss-Webseite mit tollen Fotos empfohlen.
Im Vorraum heißt es erstmal Schuhe aus und dann weiter. Der Palast besteht aus mehreren miteinander verbundenen Gebäuden, deren Räume durch die umrahmenden Korridore bestaunt werden können.
Da das Schloss größtenteils aus Holz besteht und im Laufe der Zeit mehrmals Brände erleidet hat, gibt es keine Möbel zu sehen. Dafür hat jeder Raum wunderschön restaurierte Wandgemälde, Deckenvertäfelungen und hier und da auch Figuren, die das Leben in der Zeit der Shogun zeigen.
Auch die Korridore sind alles andere als langweilig, denn sie machen Geräusche beim Gehen. Durch die Holzdielenkonstruktion mit Brettern und Nagelklemmen werden durch die Schwerkraft beim gehen quietschende Geräusche erzeugt, die dem Ruf einer Nachtigall ähneln sollen. Heimlich durchschleichen wie ein Ninja ist nicht 😄
Nachdem wir alle Korridore abgeklappert haben, können wir durch den riesigen Schlosspark spazieren.




In der Mitte des Parks befindet sich ein weiterer Graben mit einem weiteren Palast (Honmaru-goten), der jedoch noch saniert wird.
Als nächstes sind wir in den Stadtteil Arashiyama gefahren, um uns den berühmten Bambuswald anzuschauen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem winzigen, hübschen Bahnhof vorbei. Hier werden Kimono-muster in vielen kleinen Säulen ausgestellt.



Da Kyoto auch für seine Wagashi bekannt ist, haben wir uns hier auch eine kleine Köstlichkeit gegönnt.


Den Touristenmassen vom Bahnhof folgend, war der Weg zum Bambuswald leicht zu finden.
Der Wald selbst ist nicht sehr groß, aber trotzdem sehr schön und gepflegt.
Nachdem er eine Weile ein Geheimtipp war, ist er inzwischen leider fast schon zu bekannt. Die Massen an lärmenden Touristen mit Selfiesticks, Videokameras, die alle versuchen, Fotos ohne andere Touristen zu machen, sowie Rikschas trüben die Erfahrung doch deutlich.





Statt am Ende wieder zurück zu laufen, haben wir uns dann entschieden, der Masse zu entkommen. Was erstaunlicherweise recht schnell ging. Direkt am Ende des Bambuswalds beginnt ein Park, den die Massen komplett ignorieren.

Gut für uns! Und das reiche Pärchen, das sich vom Chauffeur den leicht steilen Berg hochfahren lassen hat. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass die Limousine neben uns auftaucht 😅
Wir setzten unseren Weg durch den Park in Richtung Flussufer fort und wurden mit einer tollen Aussicht auf den Hozu-Fluss belohnt.



