Es ist nicht alles Gold was glänzt

Am Anfang des Jahres wurden im Frankfurter Hauptbahnhof Werbeplakate für Japanreisen aufgehängt und ich hatte innerhalb weniger Sekunden zwei verschiedene Reaktionen. Zunächst Freude „Yay, Japan!!!“ Und dann Besorgnis „Oh nein, Japanwerbung“. So sehr ich mich bereits auf die bevorstehende Reise freute, umso deutlicher wurde mir bewusst, dass es diesmal etwas anders werden würde. Denn: Japan ist zur Zeit ein sehr populäres Reiseziel. Seit unserer letzten Reise 2013 haben sich die Zahlen ausländischer Touristen mehr als verdreifacht! Das ist enorm und so dankbar das Land für höhere Tourismuseinnahmen ist, man merkt deutlich, insbesonders in kleineren Städten wie Kyoto und Kamakura, wie wenig das Land darauf vorbereitet ist.

Dies bekommt man schon im Flugzeug mit. Letztes Mal waren wir die einzigen Europäer in Sichtweite zu einem eher exotischen Ziel. Diesmal war der Flieger voller Touristen. Und fast alle Flüge mit Touristen landen in Tokyo und die Menschen machen sich auf den Weg entlang der „Golden Route“ (von Tokyo über Kyoto und Osaka bis nach Hiroshima, sowie weitere Städte in der Umgebung). Diese Konzentration führt dann zwangsläufig irgendwann zur Überfüllung der großen Sehenswürdigkeiten. Ganze Züge voller Touristen haben uns bereits auf der Reise begleitet, von übervollen Straßen und langen Schlangen ganz zu schweigen.

Die Japaner sind genervt und man kann es ihnen nicht verübeln. Die Massen verstopfen die ohnehin schon recht vollen Züge, Busse und Straßen und einige Gäste wissen sich nicht zu benehmen, hinterlassen überall Müll und halten sich nicht an einfachste Regeln…

Natürlich ist es nicht überall so und wenn man sich ein bisschen mit der Kultur und Sprache beschäftigt ist Japan nach wie vor ein tolles Reiseland. Auch die Japaner akzeptieren uns Touristen und mit ein bisschen Rücksicht und einem einfachen „Arigato“ (Dankeschön) kommt man schon sehr weit.

Wir haben auf dieser Reise auch noch ein paar Punkte auf der Golden Route abgehakt, denn es gibt einige Dinge, die man zumindest einmal gesehen haben sollte. Der Vorteil bei der eigenen Planung ist ja, das man flexibel ist und eine ausgewogene Mischung zwischen dem Touristen-Pflichtprogramm und Zielen abseits der ausgetretenen Pfade planen kann. Japan ist ein wunderschönes Land und es gibt so unendlich viel zu sehen.

Auch die japanische Regierung unterstützt das Reisen abseits der Golden Route. Gerade im Bezug auf die bevorstehenden olympischen Spiele 2020 und den daher zu erwartenden Besuchermassen wird schon seit Jahren gebaut, erweitert und vieles für nicht japanisch sprechende Gäste optimiert. Auch die Etablierung einer zweiten Golden Route inklusive Ausbau des Shinkansen-Netzes ist bereits im vollen Gange. Mit ein bisschen Vorbereitung ohne Berührungsangst mit der Kultur bekommt man so auch in Zukunft eine tolle und entspannte Reise. Es lohnt sich!