Nach einem verregneten Tag in Osaka führt uns die Reise mal wieder aufs Land. Diesmal in die Wakayama-Präfektur auf den Berg Koya. Wir fahren mit dem „Limited Express Koya“, einer süßen kleinen roten Bahn von Osaka bis Gokurabashi.

Man merkt schnell, wie ländlich es wird und warum so weit draußen in den Bergen nur alle 30 Minuten ein Zug fährt. Sobald die Strecke bergauf geht, wird es eingleisig und nur manche der winzigen Bahnhöfe haben 2 Gleise, wo sich die Züge dann abwechseln. In Gokurabashi abgekommen gehts direkt weiter in eine Kabelseilbahn Richtung hoch. Ähnlich wie wir es schon in Hakone erlebt haben wird es auch hier eng und voll. Und vor allem eins: steil. Beinahe senkrecht zieht sich die Bahn den Berg hinauf und man will lieber nicht nach unten gucken.



Oben angekommen fährt man mit einem Bus die schmale und extrem kurvenreiche Bergstraße weiter hinauf in den Ort Koyasan. Der Ort besteht größtenteils aus buddhistischen Tempeln und Unterkünften für Mönche, Pilger und Touristen. Wer möchte kann dort in einem Tempel übernachten und verschiedenen Ritualen teilnehmen.
Wir fahren noch weiter bis Okunoinguchi. Hier beginnt nach Überquerung der Ichinohashi-Brücke „Okunoin“, ein Heiligtum des Buddismus in Japan. Im vorderen Teil befindet sich eine Nekropole, der größte Friedhof des Landes mit über 200 Grabsteinen. Seit Jahrhunderten entstehen hier Familiengräber wichtiger Personen quer durch die japanische Geschichte.











Nach einer Weile erreichen wir die zweite Brücke, Gobyobashi. Hier beginnt der heiligste Teil mit dem Mausoleum des Mönchs Kobo Daishi. Wir entscheiden uns, die Stätte und dazugehörige Tempelanlage mit Respekt zu betreten – anders als einige (diesmal auch japanische) Touristen. Da man unter anderem keine Fotos machen darf, folgt hier eine kurze Beschreibung.
In der beeindruckenden „Torodo“ Tempelhalle findet gerade eine Begräbnis-Zeremonie statt. Man darf daher nur durch den äußeren Gang, bekommt aber dennoch fast alles zu sehen. Besonders schön sind die vielen Laternen (>10.000) an der Decke.
Auf der Rückseite des Tempels befindet sich das Mausoleum, die Stätte der ewigen Meditation, an dem sich viele Pilger zum rezitieren von Sutras aufhalten.
Bevor wir den Bereich verlassen, dürfen wir uns noch die 50.000 kleinen Buddha-Figuren im Keller der Halle anschauen.
Auf dem Rückweg erreichen wir den neueren Part der Nekropole. Auch große Familienunternehmen haben sich hier Gräber errichtet.


Zurück im Ort finden wir ein kleines Lokal mit chinesisch inspirierter Küche. Hier wärmen wir uns beim frühen Abendessen auf und machen uns anschließend auf den langen Heimweg nach Osaka.


Als wir etwa 2 Stunden später wieder in Osaka sind ist es bereits dunkel. Wir nutzen den regenfreien Abend und gehen durch den großen Schlosspark zum Nishinomaru-Park auf dem Schlossgelände. Da wir die volle Kirschblüte in der Kansai-Region leider nicht mehr sehen können, schauen wir uns trotzdem die fast-volle Blüte bei Nacht an.





