Nach dem kurzen Stopover in Matsumoto kommen wir dem nächsten Ziel unserer Reise immer näher. Wir fahren weiter südlich in die Yamanashi-Präfektur und sehen ihn schon von Weitem: Der Fuji
Japans höchster (3.776m), perfekt geformter Berg und aktiver Vulkan befindet sich quasi allein auf einer beinahe flach gelegenen Gegend und setzt sich so majestätisch in Szene. Zu dieser Jahreszeit trägt er auch schon eine hübsche Schneekappe. Wir haben das unheimliche Glück, den Fuji fast den gesamten Aufenthalt über sehen zu können! Er versteckt sich nämlich ganz gerne in den Wolken und ist sonst meist nur in den frühen Morgenstunden klar zu sehen. Die Aufregung der Besucher beginnt bereits in der Regionalbahn: Touristen, Fotografen und auch manche Einheimische freuen sich, den Fuji zu sehen und machen unzählige Fotos und Videos. Und mit jedem Blick zieht uns der schönste Berg der Welt in seinen Bann. Das „Fuji-Seufzen“ wird die neue Standardreaktion. Man kann sich einfach nicht satt sehen.
Wir schlagen unser Lager in einer kleinen Villa in Fujiyoshida auf. Es ist der Ort, der am nächsten am Fuji dran ist. Näher dran geht’s nicht.



Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus an den Kawaguchi-See im Nachbarort. Der Kawaguchi-See ist der Größte von fünf Seen in unmittelbarer Umgebung des Fuji und bietet an jeder Ecke der Nordseite fantastische Aussichten auf den Fuji. Wir fahren bis zur Endstation der Buslinie am Oishi-Park und laufen danach am Seeufer entlang zurück in den Ort. Da das Wetter an diesem Tag perfekt ist, bleiben wir zwischendurch immer wieder stehn um den Fuji und die Aussicht über den See zu bewundern. An Fotospots mangelt es nicht und auch hier wird es nur wenige Meter neben den Haupt-Touristen-Spots schnell deutlich leerer und entspannt. Wer klein genug ist, kann auch mit Leihfahrrädern am See entlang fahren.










Unterwegs kommen wir am Momiji-Korridor vorbei und können auch endlich das rote Herbstlaub sehen. Entlang eines kleinen Kanals am See steht eine Allee von Momiji (Ahorn-Bäumen), die in allen Farben leuchten.





Am nächsten Tag ist es überwiegend bewölkt und man spürt überall die Enttäuschung der Tagestouristen. Aber auch ohne sichtbaren Fuji gibt es einiges zu erleben. Wir fahren in das Dorf Oshino und besichtigen Hannoki Bayashi Shiryokan, ein kleines Freilichtmuseum in dem man die alten Reetdach-Bauernhäuser sehen kann. Nebenan ist ein Park mit Shops und mehreren Teichen aus frischem Wasser vom Fuji, zu dem Busse voller Touristen gekarrt werden. Für das kostenpflichtige Freilichtmuseum (300¥) und dessen Premium-Aussichtsplattform interessieren sich außer uns fast nur Japaner.








In Oshino probieren wir noch die lokale Spezialität, Hotou Udon. Ein winterlicher Gemüseeintopf mit besonders breiten Udon-Nudeln. Genau das richtige bei dem Wetter.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns schweren Herzens vom Fuji (er zeigt sich nochmal in voller Pracht ❤️ ) und machen uns auf den Weg nach Norden in die Tohoku-Region.

