Die Sanriku-Küste ist eine, vielleicht sogar die Hauptattraktion Tohoku’s. Die Nordostküste Japans ist eine wunderschöne Steilküsten-Landschaft mit zerklüfteten Felsen, versteckten Stränden und Wäldern, gespickt mit Fischerei-Häfen.
Früher konnte man mit dem Zug die gesamte Küste entlang fahren und Stopps an den besonders schönen Orten machen. Seit dem großen Tohoku-Erdbeben ist das leider nur noch teilweise möglich, da nicht alle Bahnstrecken wiederaufgebaut wurden. Da wir nur mit dem Zug unterwegs sind, haben wir uns ein Highlight ausgesucht, das auch mit der Bahn erreichbar ist: Jodogahama
Auf einer Halbinsel in der Bucht von Miyako, etwas außerhalb der Stadt, befindet sich Jodogahama, der Strand des reinen Landes. Wir checken im Hotel oberhalb der Klippen ein und machen uns auf den Weg nach unten. Eine Treppe durch den Wald, „Stairs of Happiness“ genannt, verbindet das Hotel und die Uferpromenade unterhalb der Klippen. Sobald man die 109 Stufen geschafft hat, wird man schon mit der atemberaubenden Aussicht belohnt.


Da wir schnell genug angekommen und unser Gepäck losgeworden sind, schaffen wir es noch auf die letzte Bucht-Rundfahrt der Umineko-Maru. Das kleine Sightseeing-Boot fährt ein Stückchen auf das Meer hinaus und macht eine schöne Rundfahrt durch Bucht und den Hafen von Miyako. Zwischendrin kann man die Umineko, die ansässigen Seemöwen füttern. Umineko bedeutet Meerkatze (Katzen, wo?).















Nach der tollen Fahrt mit nur „ein bisschen“ schaukeln gehen wir noch ein bisschen die Promenade entlang und genießen den Sonnenuntergang. Zum Glück schaffen wir es noch rechtzeitig wieder hoch, bevor es dunkel wird (diesmal eher die Stairs of Doom 😄). Also deswegen wird hier der Bürgersteig schon um 15 Uhr hochgeklappt… Im Hotel erwarten uns ein interessantes und abenteuerliches japanisches Abendessen und ein Sento (öffentliches Bad).
Nach einer kurzen Nacht schlafwandeln wir zum japanischen Frühstück (bis 9 Uhr) und machen uns im Anschluss auf den Weg nach draußen. Wir haben gelernt: auch bei dreistelligen Zimmerpreisen darf man zwischen 10 und 15 Uhr nicht aufs Zimmer und muss vorab genau sagen, wann man wieder kommt. Interessant, wenn man sich nicht auskennt und nur zu Fuß unterwegs ist, aber gut, Shoganai (kann man nichts machen). Also haben wir mal 15 Uhr geraten und es war wohl genau, was sie hören wollten.
Ein letztes Mal die Stairs of Doom Happiness herunter, geht es als erstes an den (Kies-)Strand. Heute ist das Wetter besonders schön und es sind kaum Menschen unterwegs.




Danach laufen wir wieder entlang der Promenade und durch den Wald die Küste hinauf zu ein paar Aussichtspunkten. Auf den Wanderwegen sind wir fast nur alleine unterwegs.









Gegen Mittag erreichen wir den Hafen von Miyako und laufen entlang der neuen, langen Tsunami-Mauer Richtung Innenstadt. An der Mauer fühlt man sich fast wie im Knast, obwohl die Tore offen stehen und ab und zu auch ein paar Fenster drin sind. Auch hier sind noch viele Grundstücke leer. In Kuwagasaki, dem uns am nächsten gelegenen Stadtteil von Miyako gab 2011 nicht mal einen Deich…
Nach einer kleinen Stärkung und einem Notfall-Instant-Ramen-Einkauf beim Konbini, geht es mit dem örtlichen Bus zurück auf die Klippen zum Hotel. Es ist 15:01 Uhr und wir werden bereits sehnsüchtig vor der Tür erwartet.

