Unsere Reise führt uns als nächstes an die nördliche Sanin-Küste der Chugoku-Region am japanischen Meer. Wir haben uns Plätze im Super Inaba, einem Limited Express Zug, gesichert und fahren einmal quer durch die Insel durch die Berge bis nach Tottori. Zwischen unzähligen Tunneln und wenn die Sonne nicht gerade frontal durchs Fenster strahlt gibt es die schöne Landschaft zu bestaunen.




Die Präfektur Tottori ist die bevölkerungsärmste Präfektur und gilt als „ab vom Schuss“. Es gibt also nicht so viel Infrastruktur, Bahn und Bus fahren unregelmäßig bis sporadisch und die Verständigung wird etwas schwieriger und alles ist fast ausschließlich nur auf Japanisch. Mit etwas Vorbereitung und Flexibilität ist das jedoch machbar.
Unser Hotel in der Stadt Tottori liegt direkt am Bahnhof, also haben wir erstmal unser Gepäck dort abgegeben und sind mit dem Taxi wieder raus aus der Stadt in Richtung Küste gefahren. Im Osten, deutlich außerhalb der Stadt, beginnt der Sanin Kaigan Nationalpark. Eine von vielen geologischen Besonderheiten der Westseite des Nationalparks sind die größten Sanddünen Japans, die Wüstenfeeling vermitteln. Auf einer Fläche über 16km befinden sich bis zu 50m hohe Dünen. Heute ist es sehr windig, aber das hält uns nicht auf. Tapfer kämpfen wir uns durch den Sand erklimmen wir die große Pferderücken-Düne. Oben wird man mit einer 360° Aussicht über die Dünen, den Strand, das Meer, die Berge und weitläufige Küstenlinie belohnt. Allerdings ist es oben sehr kalt, sehr windig und der Sand fliegt überall hin.









Nach einer gefühlten Ewigkeit verlassen wir die Wüste und suchen windgeschützten Unterschlupf im Sandmuseum.
Was folgt ist ein krasser Unterschied zwischen Erwartung und Realität. Statt eines kindgerechten Museums erwartet uns das weltweit einzige Museum für Sandskulpturen. In einer dunklen, kühlen Halle werden Kunstwerke aus Sand und Wasser von verschiedenen internationalen Künstlern (interessanterweise hauptsächlich aus dem europäischen Raum) ausgestellt. Das Thema wechselt jedes Jahr und ist dieses Mal die Geschichte Japans. Von Legenden der „Entstehung“ Japans bis zur unserer aktuellen Zeit.
Nach einer Weile kommen uns positionieren sich regionale Fernsehteams vor der größten Skulptur. Wir stellen uns zu den anderen Besuchern und werden von hinten gefilmt. Dann wird es dunkel. Die große Sandskulptur wird als Leinwand für ein Projection-Mapping-Event genutzt, bei dem verschiedene Videos und Effekte gezeigt werden und auch Teile der Skulpur integriert werden.




























