Jetzt wird es „nerdig“: Das Conan Town Special

Heute möchten wir „Conan-Town“ besuchen. Die Stadt Hokuei in Tottori, ist die Heimat des Zeichners Gosho Aoyama (青山 剛昌), Autor der berühmten Manga-Reihe Detektiv Conan. Und bevor jemand fragt ob wir nicht zu alt dafür seien: Zum ersten gibt es die immer noch laufende Serie seit 1994! Und außerdem handelt es sich ja quasi um ein japanisches-Manga-Tatort Equivalent mit mehr als 500 Todesopfern bisher! Also nix für schwache Nerven. Und es ist ja nicht so, als seien wir nur dafür nach Tottori gekommen „Hust“.

Der Morgen beginnt hervorragend. Die sorgsam als Puffer eingeplante Zeit für unseren anstehenden Trip verpufft, als wir feststellen, dass wir mit nassen Füßen im Badezimmer stehen. Waschbecken undicht. Mist, die Vokabel hatten wir noch nicht. Also Foto gemacht und mit Umweg über die Rezeption Richtung Bahnhof. Der Zug den wir nehmen wollen, ist nur mit reservierten Sitzplatz zu betreten. Ein Konzept das wir sehr befürworten. Man stelle sich vor, einen Sitzplatz, immer! Aber heute etwas ungünstig da wir noch an den Automaten müssen. Welcher nach fünf Minuten in der Schlange von einem Bahn-Bediensteten mit einer „Tut-uns-leid“ Flagge zugehangen wird. Verstehe, das wird einer dieser Tage…

Mit unseren Detektiv-Skills finden wir die versteckten zusätzlichen Automaten in einem Warteraum und kommen noch rechtzeitig am Bahnsteig an, um den Zug einfahren zu sehen. Was ein Glück, wir bekommen den Conan Special Edition!

Und am Umstiegsbahnhof zur Regionalbahn in Kurayoshi sehen wir gleich einen zweiten Zug, der den Bösewichte der Serie gewidmet ist.

Für den restlichen Teil Strecke teilen wir ins die gewöhnliche Bahn mit anderen Conan-Fans. Am Bahnhof Yura in Hokuei beginnt das Conan-Town Erlebnis. Der ganze kleine Bahnhof ist mit Motiven aus der Serie dekoriert und statt einem Schalter gibt es einen Merchandise Shop. Natürlich mit Stempel, aber wir haben kein passendes Papier dabei. Mist!

Der Weg durch die Stadt gestaltet sich gleich mehrfach als Schnitzeljagd. Es gibt über die Stadt verteilt farbige Figuren aus der Serie als Statuen, Bronzene Statuen, und Buch-Cover zu finden.

Auf den Weg findet man viele nette Orte, wie ein Gästehaus das ein netter Japaner betreibt und uns stolz seine riesige Sammlung zeigt. Er erzählt uns von den vielen Besuchern die er schon beherbergen durfte. Wir Deutsche liegen übrigens in der Häufigkeit auf Platz 3.

Auf dem ca. 1,5km langen Weg zum Museum, der Gosho Aoyama Manga Factory, klappern wir brav sämtliche Staturen, Manga-Cover-Steine und alle Details, die sonst noch auffallen ab.

Auf halber Strecke befindet sich die Beika Shopping Street mit noch mehr Merchandising und zwei Cafés. Vor dem Café Poirot steht schon eine lange Schlange, also gehen wir gegenüber zu Conan’s Kitchen. Wir bekommen einen Tisch direkt am Autogramm des Autors – Welch eine Ehre! Wir bestellen uns etwas leckeres von der Themenkarte und warten gespannt, ob es essbar wird oder nur Foto-tauglich. Zum Zeitvertreib gibt es jede Menge Poster und eine (japanische) Anime-Folge zu sehen. Im Hintergrund stets Musik aus dem Anime und den Filmen.

Nach der Stärkung schlendern wir durch den Shop und suchen nach Merch unserer Lieblingsfiguren. Danach gilt Endspurt zum Museum.

Am Museum gibt es draußen und drinnen mehrere Fotospots und man bekommt hübsche Eintrittskarten und ein Blatt für die Stempel-Ralley. Die sind schlau! Man bekommt das Papier erst ganz zum Schluss und wen man mitmachen will und die Belohnung bekommen möchte, muss man nochmal in alle Shops!

Das Museum selbst ist vermutlich nur was für krassere Insider als uns, aber nett gemacht und gut besucht. Da an allen Ecken und Enden original Zeichnungen und „Work-In-Progress“ Werke des Künstlers aushängen, ist das Fotografieren nur an wenigen Stellen erlaubt. Wer Interesse hat, muss also leider selbst hin fahren. Auch wenn wir nicht viel verstanden haben und ein großes Fokus auf den Originalskizzen liegt, war es toll, die verschiedenen Schritte und Details des handgezeichneten Manga zu sehen. Mit mehr Sprachkenntnissen ist das sicher viel besser!

Im Museumsladen holen finden wir endlich etwas Merch nach unserem Geschmack während die Japaner massenweise Omiyage-Kekse im Conan-Design kaufen.

Wir holen uns den ersten Stempel und machen uns auf den Stempel-Ralley-Rückweg mit einem Abstecher zu den abgelegeneren Figuren. Mit dem letzten Stempel im Bahnhof qualifizieren wir uns für die Belohnung: eine Postkarte und einen Poststempel. Und wie sich kurz darauf herausstellt, kostet uns das den perfekten Anschlusszug und wir sitzen erstmal fest. Wer will auch schon am Samstagnachmittag Bahn fahren… Das schlechte Bahnkarma schlägt zurück! Natürlich wird hier auch um 15:00 Uhr der Bürgersteig hochgeklappt und der einzige Konbini hat natürlich keine Sitzgelegenheiten. Also holen wir uns nur was zu trinken und laufen noch ein paar Cover-Steine ab. Es gibt 28 davon zu entdecken!

Zurück am Bahnhof wir halt die ersten in der Schlange auf dem Bahnsteig und halten die Position bis der nächste Zug endlich eintrudelt. Zum Glück fährt er bis nach Tottori, dauert nur 1,5h. Gibt schlimmeres 😀