Strand und Meer an der Uradome-Küste

Wenn wir schon an der Sanin-Küste sind, müssen wir natürlich auch was davon sehen. Außerhalb der Stadt Tottori ist es sehr ländlich, was zwar schön, aber auch unpraktisch ist, wenn man kein Auto dabei hat und nicht stundenlang in den kleinen japanischen Bussen gequetscht sitzen will. Mit etwas Recherche sind wir dennoch fündig geworden. Es gibt eine Bootsrundfahrt entlang der Uradome-Küste im Ort Otani, wo man halbwegs gut mit der Regionalbahn hin kommt.

Der winzige Bahnhof Oiwa liegt quasi mitten im Feld, wo man in unter einer Stunde ins Fischerdorf läuft. Klingt doch supi, ein Spaziergang durch die Reisfelder zum Fischerhafen.

Durch Foto-Pausen und die gnadenlos brütende Sonne hat unser ~2km Spaziergang doch etwas länger gedauert und wir müssen uns etwas beeilen, damit wir rechtzeitig am Hafen sind. Diesmal haben wir unsere Hausaufgaben besonders gründlich gemacht und kennen alle Abfahrzeiten von Lokalbahn und Bussen und wann die Lücken sind. Am Hafen merkt man sofort, wie abgelegen und unbekannt unser Ziel ist: wir sind die einzigen westlichen Touristen und haben wenig Konkurrenz um die begrenzten Plätze an Bord. Nachdem wir uns Tickets sichern konnten stellen wir uns direkt an, um als erstes an Bord des kleinen Sightseeing-Boots zu kommen und draußen mit bester Aussicht sitzen zu können. Nach kurzer Wartezeit geht es auch schon los und unser Boot verlässt den Hafen Richtung offenes Meer und zur felsigen Uradome-Küste. Die See ist heute ruhig und man kann in der Nähe der Felsen ab und zu bis zum Meeresboden schauen. Während wir zwischen und um die Felsen, Höhlen und versteckten Strände der schönen Küste fahren treffen wir viele Fischer, die scheinbar auf winzigen Felsen ausgesetzt wurden und fleißig am angeln sind. Es gibt auch reichlich Erklärungen vom Kapitän, jedoch nur in unverständlichem japanisch. Macht aber nichts, wir sind ja für die Aussicht hier!

Nach ~45 Minuten fahren wir mit etwas mehr Abstand zur Küste zurück zum Hafen und wer mag kann etwas offenes-Meer-Gefühl genießen.

Zurück an Land futtern wir unsere mitgebrachten Snackos, denn hier gibt es nichts (außer frischen Fisch) und machen uns auf den Weg zum Strand in Otani, entlang den Fischereigebäuden und beinahe menschenleeren Gegend. Nachdem wir den ziemlich gut verstecken Weg gefunden haben, bleibt uns dank der überschneidenden Lücke im Fahrplan von Bus und Bahn jede Menge Zeit zum relaxen und beobachten des „Sonnenuntergangs“ hinter dem Berg. Zum baden war zwar definitiv genug Sonne da, aber das Meerwasser ist Ende November nun doch etwas arg kalt.

Zurück geht’s dann mit einem Direktbus zum Bahnhof  Tottori, nochmal an den Sanddünen vorbei, perfekt!