Ein Wochenende in Fukuoka

Nach einem gescheiterten ersten Versuch die Zeitverschiebung gekonnt zu ignorieren, sind wir und der Jetlag von Tokyo etwa 1.000km nach Süden geflogen. Genauer gesagt nach Fukuoka, die größte Stadt auf der Insel Kyushu.

Das Shuttle zum Flughafen wurde übrigens vom Hotel organisiert und war kostenlos, Service Paradies Japan! Der Flug mit JAL war ruhig und komfortabel. Bei einer Zugfahrt hätten wir zwar mehr zum gucken gehabt, so haben wir uns aber einige Stunden Zeit gespart und Fuji-sama von oben sieht man auch nicht jeden Tag!

Die Idee nach Ankunft erst einmal auszuschlafen und dann Fit in den Tag zu starten hat ja leider nur so semi-gut funktioniert. Und das drückende Wetter gibt sein bestes dazu: es ist etwas sommerlicher und (leider) dauerhaft schwülwarm. Aber wir machen tapfer das beste draus und spazieren durch die Innenstadt. Einige Sehenswürdigkeiten sind zum Glück fußläufig von unserer Unterkunft erreichbar, denn die U-Bahn ist hier viel voller als in Tokyo – und wir haben schon einiges erlebt. Vielleicht liegt es aber auch am Wochenende, wo natürlich auch (einige) Japaner ihren freien Tag haben.

Am Kushida-Schrein, einer der Top-Sehenswürdigkeiten, war es so voll, das man den Besuch gar nicht genießen konnte. Aber auch sowas gehört zur Erfahrung wenn man mal da ist und den Schrein natürlich gesehen haben muss. Da wir am Anamori-Inari-Schrein in Tokyo nachts so viel Glück hatten, sind wir am Sonntagabend spontan nochmal hin um uns in Ruhe umschauen zu können. Es war tatsächlich kaum was los, allerdings ist dieser Schrein nicht dauerhaft geöffnet und wir mussten herausfinden, dass die Polizei einem die Tore vor der Nase zu macht 😅


In der Nähe gab es eine beeindruckende Ladenstraße mit vielen Geschäften und Restaurants, ideal als Plan B für regnerische Tage, oder um mit interessanter Kulisse von A nach B zu kommen. Ein Laden mit langer Schlange viel uns ins Auge. Ein untrügbares Qualitätsmerkmal! Also haben wir uns einfach mal angestellt und wurden mit glasierten Süßkartoffel-Pommes belohnt. Interessant.


Auch sonst hatte Fukuoka kulinarisch einiges zu bieten. Die Spezialität, Tonkotsu Ramen (Nudelsuppe in Schweineknochenbrühe mit verschiedenen Toppings) stellte uns vor Herausforderungen. Wir hatten uns einige Filialen der berühmten Kette Shin-Shin Ramen ausgesucht, und die am wenigsten stark frequentierte angesteuert. Dort  erwartete uns eine Schlange vor dem Laden. Und dem Laden daneben. Sowie den Gang dahinter. Und im Treppenhaus. Ein Einweiser in gelber Warnweste wies uns freundlich aber bestimmt die Treppen herunter, von dessen Absatz und aus der Ferne uns eine Frau Freundlich zu winkte. Das Ende der Schlange. Wir haben dann Curry gegessen.

Abends hatten wir dann mehr Glück und bei einer anderen Niederlassung war eine überschaubare Menschenmenge. Es ist schon interessant mit einer Gruppe wildfremder Menschen Reise nach Jerusalem zu spielen, und alle paar Minuten ein paar Stühle näher an die begehrte Nudelsuppe zu rücken. Aber so kommt man ins Gespräch und wir haben uns die Zeit gut vertreiben können.

Wohl dem Wochenende geschuldet war in den Läden einiges los und wir können es unbedingt empfehlen einmal die Izakaya Stimmung mit zu nehmen und ein Bier unter Einheimischen zu genießen. Bestellen geht erstaunlich oft über ein mehrsprachiges Tablet, also keine Angst!

Wir haben auch das Nachtleben in Nakasu und Tenjin unsicher gemacht und wurden von zahlreichen „Club“-Anwerbern gejudged.


In Einstimmung zur Adventszeit sind bereits einige Gegenden mit Festlicher Beleuchtung und Weihnachtsdekoration versehen. Besonders der Fluss war nachts sehr hübsch.